Browserauswahl hilft Opera

04. März 2010

An dieser Stelle hatte ich mich schon mal als großer Freund des Webbrowsers Opera geoutet. Mit großer Freude habe ich deshalb gelesen, dass die Zahl der Opera-Downloads steigt. Opera ist einer der Hersteller der von der in Windows 7 angebotenen Browserauswahl profitiert.

Microsoft hat sich ja in der kartellrechtlichen Auseinandersetzung mit der EU verpflichtet, neben dem hauseigenen Internet Explorer auch andere Browser zur Installation anzubieten. Seitdem hat sich die Zahl der Opera-Downloads in manchen europäischen Ländern offenbar verdreifacht.

Schön zu sehen dass PC-Besitzer offen für Neues sind wenn sie eine echte Wahl haben. Danke dafür nach Brüssel.

Fluch und Segen der Meinungsumfrage

28. Februar 2010

Heute durfte ich mal wieder meine Meinung sagen. Ein Institut, das in Umfragen Meinungen erforscht, rief bei mir an. Es war ein aus Funk und Fernsehen bekanntes Institut, und so gab ich bereitwillig Auskunft: über die Bewohner meines  Haushalts, die vorhandenen elektrischen Geräte, meine Nutzungsgewohnheiten für Radio, Fernsehen, Internet. Zum Schluss der Umfrage erfuhr ich sogar welche Firma meine Meinung kennen lernen wollte.

So offen und transparent verlaufen leider nicht alle Meinungsumfragen. Leidvoll erfahren musste ich das vor ein paar Monaten, nachdem meine Ehefrau an einer telefonischen Umfrage zur wirtschaftlichen Situation unserer Bedarfsgemeinschaft teilgenommen hatte, deren Ergebnisse selbstverständlich anonym behandelt werden sollten.

Mit den bei dieser Umfrage erhobenen Daten meldete sich nämlich kurz darauf ein wohlmeinender Herr bei mir, der meine steuerliche Situation optimieren wollte. Woher er meine Daten hatte gab der Anrufer frank und frei zu, und er fand auch gar nichts dabei vermeintliche Meinungsumfragen so zu missbrauchen.

Merke: Auch bei Meinungsumfragen gibt es solche und solche.

Dicke Gewinne mit dicken Menschen

16. Februar 2010

Ein Blick in meine Blogstats, die mir verraten wieviele Menschen mit welchen Suchbegriffen auf welche Einträge kommen, verrät klare Vorlieben. Mein meistgelesener Artikel ist “Ebooks die die Welt nicht braucht” in dem es um Geldmache im Internet geht. Heute bin ich bei der Suche nach Tipps für die morgen beginnende Fastenzeit auf ein besonders krasses Beispiel dafür gestoßen, wie Menschen mit Ebooks für dumm verkauft werden.

Auf der Seite fettverbrennen.net erzählt ein Mensch namens Robert im O-Ton die rührselige Geschichte, wie er und seine Frau Karen ohne Hungern und mit ein wenig Sport zig Kilo abgenommen haben. Es dauert gefühlte 30 Minuten bis Robert zur Sache kommt. Er will uns Übergewichtigen ein Ebook verkaufen, das auch anderen als ihm und Karen den Weg zur mühelosen Fettverbrennung weisen soll.

Roberts Ebook für Dicke hat Käufer gefunden, die das knapp 30 Euro teure Werk besprochen haben. Kurzfassung: Wer sich mit dem Thema Ernährung und Abnehmen beschäftigt hat, kennt das meiste. Jede andere Einschätzung hätte überrascht. Wunder gibt es eben nicht, vor allem nicht beim Abnehmen.

Interessant ist ein Blick ins Impressum der Website. Sie gehört nämlich nicht Robert, sondern einer Kölner Firma. Die hat neben der wundersamen Fettverbrennung noch weitere Heilsversprechen wie “Verdopple deine Dates” oder “Nasch dich schlank” im Programm. Der dicke Robert, so erfährt man nach ein wenig Recherche, hat übrigens einen Vetter in Amerika. Der heisst Rob und hatte auch mal Übergewicht. Zufällig heisst seine Frau auch Karen und seine Website sieht genauso aus wie die von Robert. Ich habe es nicht nachgeprüft, aber bestimmt verkauft er erstens Ebooks und zweitens die vielen Dicken in den USA für dumm.

Preisunterschiede

09. Februar 2010

Dem kalten Winter in Deutschland durfte ich für ein paar Tage entfliehen und mich in der Sonne Floridas wärmen. Ein schönes Gefühl, das bei einem Dollarkurs von knapp unter 1,50 eine stattliche Anzahl von Mitbürgern suchen. Man trifft sie im Flieger, an sonnigen Plätzen, vor allem aber in einem der zahlreichen Outlets und Einkaufszentren des amerikanischen Sonnenstaats.

Die Einkaufsbedingungen für Bewohner der Eurozone sind in den USA aber auch wirklich zu verlockend. Vor allem in den Warengruppen Damenoberbekleidung, Herrenoberbekleidung  und Schuhe. Kleidungsstücke hochpreisiger Marken, deren Anschaffung sich in der Heimat auch Besserverdienende gut überlegen, gehen im gut sortierten Outlet als Schnäppchen weg. Mit US-typischen Rabattangeboten wie “kaufe drei, zahle zwei” oder “das zweite Paar Schuhe gibts für die Hälfte”, wird Florida-Touristen die massenhafte Kaufentscheidung erleichtert.

Das böse Erwachen kommt dann oft beim Packen: Das zur Verfügung stehende Gepäckvolumen reicht nicht aus, oder ein Teil der ersparten Summen geht für die Bezahlung von Übergepäck drauf. Profis, so habe ich mir erzählen lassen, reisen nur mit dem Nötigsten an und tragen ab dem dritten Urlaubstag nur noch Neuware.

Bei aller Freude über die paradiesischen Einkaufszustände wüsste ich gerne wie sie zustande kommen. Warum kosten Laufschuhe, Jeans und Hemden großer Markenhersteller in den USA im regulären Handel nicht einmal die Hälfte dessen was in Deutschland zu bezahlen ist? Müssten sich die Preise in einer globalisierten Welt nicht eigentlich annähern? Wer verdienst an den Preisunterschieden? Die Hersteller? Der Handel? Das würde mich wirklich interessieren.

Deutsche Verleger gegen Google

19. Januar 2010

Vom ehemaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe ich das Sprichwort gehört: “Wenn du im Loch sitzt, hör auf zu graben”. Ich finde dieses Sprichwort sollten sich die Deutschen Zeitungsverleger zu Herzen nehmen, die aktuell mal wieder angetreten sind Google zu zeigen was eine Harke ist.

Die wegen des sich verändernden Mediennutzungsverhaltens unter Druck stehenden Verleger suchen neue Erlösquellen. Deshalb wollen sie an den Einnahmen beteiligt werden, die Google mit ihren Inhalten macht. So weit ist das bekannt. Zusätzlich möchten die Zeitungsverleger auch sicher gehen, dass ihre Inhalte bei den Google-Suchergebnissen nicht länger benachteiligt werden. Deshalb verlangen sie Einsicht in die Regeln die Google bei der Bewertung von Suchergebnissen anwendet.

Soweit ich weiss gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die die Google-Algorithmen gern kenne würden. Auf die Tour der Deutschen Verleger ist aber meines Wissens noch keiner gekommen. Das Bundeskartellamt hat nach der Beschwerde der Verleger und anderer, wie zum Beispiel der Microsoft-Tochter Ciao (sic!), schon mal eine Untersuchung eingeleitet.

Ich glaube ja, dass die Zeitungsverleger gar nicht wissen, wie gut sie bisher von Google behandelt werden. Wenn ich zum Beispiel heute (19. Januar 2010) in die Google-Suche die Begriffe “Google” und “Verleger” eingebe, erhalte ich unter den ersten zehn Ergebnissen einen guten Querschnitt deutscher Top-Internetadressen: Heise, Focus, tagesschau.de, das Handelsblatt. Bei Google News erhalte ich zu den selben Keywords fast ausschließlich Links zu Printmedien-Sites.  Zeitungen werden von Google nach meiner Beobachtung eher bevorzugt als benachteiligt. Mal schauen, ob das auch in Zukunft so bleibt.

Gespannt bin ich darauf, ob das Bundeskartellamt den Verlegern Recht gibt und von Google die Offenlegung der Such-Algorithmen verlangt. Ich fürchte dann wird es uns in Deutschland gehen wie den Chinesen und Google wird sich von hier verabschieden. Dann wünsche ich den deutschen Verlegern schon mal viel Spaß mit Bing!