Vom ehemaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe ich das Sprichwort gehört: “Wenn du im Loch sitzt, hör auf zu graben”. Ich finde dieses Sprichwort sollten sich die Deutschen Zeitungsverleger zu Herzen nehmen, die aktuell mal wieder angetreten sind Google zu zeigen was eine Harke ist.
Die wegen des sich verändernden Mediennutzungsverhaltens unter Druck stehenden Verleger suchen neue Erlösquellen. Deshalb wollen sie an den Einnahmen beteiligt werden, die Google mit ihren Inhalten macht. So weit ist das bekannt. Zusätzlich möchten die Zeitungsverleger auch sicher gehen, dass ihre Inhalte bei den Google-Suchergebnissen nicht länger benachteiligt werden. Deshalb verlangen sie Einsicht in die Regeln die Google bei der Bewertung von Suchergebnissen anwendet.
Soweit ich weiss gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die die Google-Algorithmen gern kenne würden. Auf die Tour der Deutschen Verleger ist aber meines Wissens noch keiner gekommen. Das Bundeskartellamt hat nach der Beschwerde der Verleger und anderer, wie zum Beispiel der Microsoft-Tochter Ciao (sic!), schon mal eine Untersuchung eingeleitet.
Ich glaube ja, dass die Zeitungsverleger gar nicht wissen, wie gut sie bisher von Google behandelt werden. Wenn ich zum Beispiel heute (19. Januar 2010) in die Google-Suche die Begriffe “Google” und “Verleger” eingebe, erhalte ich unter den ersten zehn Ergebnissen einen guten Querschnitt deutscher Top-Internetadressen: Heise, Focus, tagesschau.de, das Handelsblatt. Bei Google News erhalte ich zu den selben Keywords fast ausschließlich Links zu Printmedien-Sites. Zeitungen werden von Google nach meiner Beobachtung eher bevorzugt als benachteiligt. Mal schauen, ob das auch in Zukunft so bleibt.
Gespannt bin ich darauf, ob das Bundeskartellamt den Verlegern Recht gibt und von Google die Offenlegung der Such-Algorithmen verlangt. Ich fürchte dann wird es uns in Deutschland gehen wie den Chinesen und Google wird sich von hier verabschieden. Dann wünsche ich den deutschen Verlegern schon mal viel Spaß mit Bing!
Das ZDF meint es gut mit Hörbehinderten. Deshalb strahlt der öffentlich-rechtliche Sender digital verschriftete Zusammenfassungen des gerade gesagten aus, was bei Livesendungen nicht so einfach zu sein scheint. Ich hatte heute das Vergnügen einen Nachmittag lang Wintersport im ZDF anzuschauen, und dabei gleichzeitig von weitgehend sinnfreien Untertiteln unterhalten zu werden.
So hießen fast alle sportelnden Männer Andreas, auch wenn ich sie bisher als Michael oder Arndt kannte. Dafür durfte bei den Frauen dann ein Martin mitlaufen. Aus dem Olympiatag der Moderatorin, machte der Autor der Untertitel einen Olympiapark, die Siegerin im Biathlonwettbewerb hieß nicht Johnsson sondern John Zorn, und eine Läuferin wurde in einem Interview mit der Aussage untertitelt, sie sei von einem See überholt worden.
Der ZDF-Untertitler hatte von dem was er heute den ganzen Nachmittag auf die Bildschirme schrieb erkennbar Null Ahnung. Spaßeshalber habe ich mal den Ton der Sportreportage abgeschaltet und mich nur von den Untertiteln informieren lassen. Ergebnis: Als Hörbehinderter bekommt man bei solchen Untertiteln vom Ereignis außer dem Bild überhaupt nichts mit. Schade eigentlich.
Vor etwa einem halben Jahr habe ich fasziniert ein Video von der Google-Technologiekonferenz IO angeschaut, in dem ein neues Produkt namens Wave in einer Beta-Version vorgestellt wurde. Wave ist, vereinfacht gesagt, der Versuch die Kommunikation im Web neu zu erfinden. Eine Mischung aus Mail, Instant Messenger und Groupware. Das ganze Open Source und mit Schnittstellen, die es erlauben Anwendungen in die eierlegende Wollmilchsau zu integrieren.
Über Google Wave ist seitdem viel geschrieben worden, das Für und Wider, die Erfolgsaussichten und Risiken für den Datenschutz. Deshalb freue ich mich über eine Einladung, Google Wave jetzt selbst testen zu dürfen. Google erweitert gerade den Benutzerkreis für den Test der Betaversion kräftig. Denn einer der wichtigsten Kritikpunkte der handverlesenen ersten Testergeneration war, dass es zuwendig andere User gebe, mit denen man über Wave kommunizieren könne.
Unabhängig davon, ob diese neueste Entwicklung aus dem Hause Google am Ende ein Erfolg sein wird, zeigt Wave schon jetzt Potential als Plattform für künstlerische Darstellungen. Den Jahresrückblick 2009 in Form einer Wave finde ich auf jeden Fall ziemlich unterhaltsam und gelungen:
Der Düsseldorfer IT-Dienstleister xamit hat mal wieder eine Aufsehen erregende Untersuchung zum Thema Datenschutz veröffentlicht. Danach ist es um den Schutz von persönlichen Daten im deutschen Teil des Internet verdammt schlecht bestellt. 61 Prozent der untersuchten rund 24.000 Onlineangebote gaben laut xamit zu datenschutzrechtlichen Beanstandungen Anlaß.
Was haben die Datenschutz-Sünder getan? Sie setzen beispielsweise Google Analytics oder “heimlich” andere Software zum Usertracking ein, sie haben nicht die vorgeschriebene Datenschutzerklärung auf den Seiten, oder sie setzen als Werbemittel das weit verbreitete Google Adsense-Programm ein und weisen ihre User darauf nicht ausdrücklich in einer Erklärung zum Datenschutz hin.
Mit Verlaub: diese Verfehlungen sind ein Witz. Google Analytics halten die Datenschutzbeauftragten dieses Landes zwar für nicht zulässig, verboten ist der Einsatz von Analytics bislang aber nicht. Und das Fehlen von Hinweisen zum Maßstab für den Zustand des Datenschutzes im Netz zu machen, hieße die Luftqualität an der Zahl der Fahrzeuge ohne Umweltplakette messen zu wollen. So was ist Unsinn.
Eine ganze Reihe von hochmögenden Onlinemedien hat die Datenschutz-Philippika von xamit dennoch aufgegriffen. Zeit Online und die c’t-News beklagen in ihrer Berichterstattung die mangelnde Sensibilität beim Datenschutz. Beide setzen Google Adsense ein. Den vorgeschriebenen Extra-Hinweis für Adsense habe ich vergeblich gesucht. Auch das Portal datensicherheit.de fällt mit Datenschutz nach Pharisäer Art auf. Im Artikel fehlenden Schutz beklagen und gleichzeitig der Datenkrake Google mit Analytics die Leserdaten frei Haus liefern. Wenn das ein Datenschützer sieht!
Microsofts Internet Explorer ist in Deutschland nicht mehr der meistgenutzte Browser. Firefox hat wenige Tage nach seinem 5. Geburtstag den IE überholt, ergab eine Befragung der Consulting-Firma Fittkau&Maaß. Das ist ein verdienter Erfolg, der Firefox ist wirklich ein guter Browser. Mir gefällt er vor allem wegen seinerErweiterungsfähigkeit durch Extensions.
Was mich allerdings bei aller Freude etwas traurig stimmt, ist die Tatsache, dass der Browser Opera nach wie vor eine unbedeutende Randerscheinung auf dem Browsermarkt darstellt. Gerade einmal 2,7 Prozent Marktanteil sind für meinen Geschmack viel zu wenig für den Browser, der fast alle Innovationen der vergangenen Jahre als erster zeigte.
Tabbed Browsing, Mausgesten, Zoomen ohne das Layout zu zerschießen, Favoritenübersicht auf der Startseite. Alles Funktionen die ich zuerst bei Opera fand, bevor die anderen sie abkupferten. Schade eigentlich, dass sich gute Ideen so wenig lohnen.
Auch in seiner neuesten Version 10.10 bietet Opera deutlich mehr als die große Konkurrenz. Beispielsweise die Möglichkeit die selben Favoriten auf mehreren Rechnern nutzen zu können, oder Opera Unite, mit dem der Browser zum Server für Dateien oder Anwednungen werden kann.