Zum Thema Navigationssysteme hatte ich seit deren Erfindung eine eindeutige Meinung, die ich auch immer laut und deutlich gesagt habe: “In meinem Auto gibt es nur ein Navi, und das bin ich.”
Mit dem Selbstbewusstsein des versierten Karten- und Fährtenlesers konnte ich über die unzähligen Pannengeschichten von Navi-Benutzern stets milde lächeln. Unerklärliche Irrfahrten durch fremde Städte blieben mir ebenso erspart, wie peinliche Fehleingaben nach dem Muster: “Ich muss nach Neckarhausen bei Horb, lande aber in Neckarhausen bei Nürtingen”.
Mit der Zahl der Autofahrer in meinem Haushalt stieg auch die der Befürworter von Navigationsgeräten in Kraftfahrzeugen an. Ein “Familien-Navi” forderten meine Kinder mit zunehmendem Nachdruck.
Nun stehe ich Wünschen nach der Neuanschaffung sinnvoller technischer Neuerungen grundsätzlich offen - meine Frau meint sogar zu offen - gegenüber. Beim Navigationsgerät stand aber meine frühe Festlegung auf eine kritische Position einem schnellen Kauf entgegen.
Die anstehende Verlängerung meines Mobilfunkvertrags bot nun die überraschende Möglichkeit ohne Gesichtsverlust den Wunsch nach einem Familien-Navi zu erfüllen. Für 129 Euro erstand ich ein handliches Gerät, das Telefon, Organizer und Navigationssystem in einem zu sein versprach.
Die Navigationsfähigkeiten des kleinen Alleskönners sind beachtlich. Er lässt sich einfach bedienen, findet meistens sicher ans Ziel und die kartographische Darstellung begeistert selbst einen verwöhnten Kartenleser wie mich. Sprechen kann es natürlich auch. Wenn seine weibliche Stimme flötet “Sie haben Ihr Ziel erreicht” hört es sich an wie ein Großes.
Eine eindeutige Meinung zu Navigationsgeräten habe ich übrigens nach wie vor und sage sie auch: ”Kinder, das Warten hat sich gelohnt”!