Archiv für den Monat Januar 2008

Ich sage nur Google, Google, Google

Dienstag, 29. Januar 2008

Man kann über Google sagen was man will und über das drohende Monopol auf dem Suchmaschinenmarkt wehklagen, aber die Jungs haben wirklich saugute Ideen. Nach dem genial einfachen Google-Suchschlitz, Google-News, Google-Maps und der Google-Bildersuche, habe ich heute auf Google-Experimental die nächsten überzeugenden Features gesehen.

Google zeigt auf dieser Seite, auf welche Art Suchergebnisse künftig aufbereitet werden könnten. Trefferlisten werden dabei wahlweise über einen Zeitstrahl navigiert oder auf einer Google-Map verortet. Damit kann man dann beispielsweise sehr leicht herausfinden, wann zum ersten Mal etwas über Barack Obama geschrieben wurde oder wo schon überall Olympische Spiele stattgefunden haben. Als dritte neue Darstellungsform bietet Google in dieser Betaversion an, Suchergebnisse in der gewohnten Liste nach den Kriterien Ort, Zeit oder Maßeinheiten neu zu sortieren.

Es macht einen Riesenspaß mit den neuen Möglichkeiten herumzuspielen. Respekt Google.

Es bedarf wenig Fantasie, sich vorzustellen was die breite Nutzung der neuen Features bedeuten könnte. Bisherige Google-Spitzenergebnisse, die mit hohem Aufwand unter die Top 10 gebracht wurden, verschwinden mit einem Mausklick in der Bedeutungslosigkeit. Zum Beispiel weil der User einen Onlineshop in seiner Umgebung sucht. Da schwitzen sicher schon einige aus der Optimierungsbranche.

Noch eine interessante und vor allem nützliche Anwendung habe ich bei Google-Experimental entdeckt. Tastatur-Shortcuts für die Suche mit Google. Mit “J” und “K” geht es die Ergebnisliste rauf und runter. Ein “O” öffnet die gefundene Seite. Das würde den digitalen Alltag aller Mausarm-Geplagten erleichtern. Da freu ich mich doch schon drauf.

Flug an die Grenzen der Onlinewelt

Montag, 21. Januar 2008

Im Internet einen Flug zu buchen, gehört zu den einfachsten Übungen eines digitalen Alltags. Oft getan - immer geklappt. Fluggesellschaften aus dem unteren Preis- und Komfortsegment bieten ja gar keine andere Möglichkeit zum Ticketkauf mehr an.

Die Flugbuchungen für meinen nächsten Urlaub ließen mich nun aber doch erkennen, dass auch die weite Onlinewelt ihre Grenzen hat. Zum Beispiel wenn

  • an feststehenden Tagen
  • bei drei möglichen Abflugorten
  • mit Zwischenstopp in Ney York
  • Florida über eine bestimmte Stadt angeflogen
  • und über einen anderen Flughafen wieder verlassen

werden soll. In diesem Fall kann man sich mit den bekannten Suchmaschinen, Reiseportalen, Flugvermittlungs- und Airlinesites ziemlich lange beschäftigen, um nicht zu sagen einen Wolf suchen. Und das beruhigende Gefühl, kein wesentliches Angebot übersehen zu haben, wollte sich immer noch nicht einstellen.

Ein Besuch in einem Real-Life Reisebüro brachte die Gewissheit. Bei komplizierteren Aufgabenstellungen haben die Profis dank besserer Suchwerkzeuge noch klare Vorteile.

Für meinen Urlaub bekam ich Flüge, die bei kürzerer Flugzeit spürbar günstiger waren, als das was ich selbst recherchiert habe. Von der Suchdauer will ich gar nicht sprechen. Da hatte sich jemand seine Provision für die Flüge redlich verdient.

100 Prozent Spam

Donnerstag, 10. Januar 2008

Herzlichen Glückwunsch, heute habe ich es geschafft. Von den 158 Mails die seit dem letzten Leeren meiner Postfächer den Weg in mein E-Mailprogramm fanden, war keine von einem mir bekannten Absender geschrieben. Und auch von den mir unbekannten Versendern hatte niemand mir ganz persönlich etwas sinnvolles mitzuteilen. Kurz zusammengefasst: Ich bekam 100 Prozent Spam.

Für die Freunde der Statistik: Ein knappes Drittel davon, nämlich 57 Mails sortierte der Spam Assassin auf meinem Mailserver gleich ins Spamfach. Noch einmal 31 ordnete mein Mailclient richtigerweise dem selben Fach zu. Von den restlichen 70 waren 29 sehr leicht auszusortieren, weil sie mich allesamt darüber informierten, dass Menschen mit frei erfundenen Mailadressen schlüpfrige Links als Kommentare in diesem Blog posten wollen. Und die noch fehlenden 51 Mails beinhalteten dann so das übliche: Kapitalanlagen, Kreditangebote und Sex, Sex, Sex mit und ohne lange iiiiiii-Wörter.

Ich habe mir fest vorgenommen mich nicht mehr über Spam zu ärgern und das tu ich deshalb jetzt auch nicht. Aber einen Moment innehalten möchte ich schon. Bei erstmals 100 Prozent Spam. Und ich will was fragen: Warum lassen sich die Internetuser dieser Welt diesen täglichen Terror eigentlich gefallen?

In den vergangenen Jahren ist im und ums Netz so viel passiert. Da wurden vermeintliche Naturgesetze außer Kraft gesetzt (”ein POT-Modem kann nicht mehr als 33 k”) und Imperien in Schutt und Asche gelegt (”Compuserve, Netscape, AOL”). Nur am simplen Mailprotokoll hat sich nichts geändert. Bitte Ihr Erfinder - tut was. Das kann doch nicht so schwer sein, oder?

Gewinnspielnostalgie

Mittwoch, 09. Januar 2008

Heute bin ich durch die Eingabe einer falschen Internetadresse (foto… statt photo…) zum ersten Mal seit langem auf eine Gewinnspiel-Übersichtsseite weitergeleitet worden. Der Anfangsverdacht der Bauernfängerei stand dem Angebot schon in den ersten Werbebanner geschrieben (www.klamm.xxx - “Geld für Ihre Startseite”) und ließ sich durch eine kurze Recherche einiger der aufgelisteten Gewinnspiele schnell erhärten.

Zum Beispiel: Gewinn 1 Million Euro, Laufzeit bis zum Jahresende, veranstaltet von einer Firma, deren Geschäftszweck der Verkauf von Adressen ist. Den Millionengewinner würde ich gern kennenlernen.

Beim nächsten Spiel gibt es die Million sogar jeden Tag zu gewinnen. Vorausgesetzt der um seine umfangreichen persönlichen Daten erleichterte Mitspieler hat 6 von 49 Gewinnzahlen richtig getippt, beantwortet nach dem Ausfüllen des Tippformulars ein paar Fragen zu seinen Konsumgewohnheiten und empfiehlt das tolle Spiel an Freunde weiter.

Bei soviel offensichtlicher Userverdummung kommt bei mir richtig Gewinnspielnostalgie auf. Früher, als das Internet noch was besonderes war, und nicht hinter jedem Eingabefeld ein Adresshändler lauerte der einem nervige Callcenter-Anrufe und Massen von Spam bescherte, früher also gab es noch richtig schöne Gewinnspiele im Netz. Bei denen musste man manchmal sogar was wissen. Zum Beispiel welches der Suchbegriff mit den meisten Treffern bei Altavista war. Welcher das war weiss ich heute nicht mehr, aber Altavista war eine von mehreren Suchmaschine vor der Zeit als Google kam - die Älteren werden sich vielleicht noch erinnern…

Einmal habe ich bei einem Gewinnspiel sogar etwas gewonnen. Einen richtig teuren Handheld-Computer von Psion. Der Gewinnspielveranstalter war ein E-Commerce-Projekt, das kurz darauf im Zuge des großen Internetcrashs wieder eingestellt worden ist. Die hatten zwar schöne Gewinnspiele, haben aber nichts verkauft. Schade eigentlich…