Archiv für den Monat Februar 2008

Nie mehr in der Warteschlange

Freitag, 15. Februar 2008

Gleich am ersten Wochenende nach dem Kinostart einen Film zu sehen, macht Spaß. Dieses Vergnügen war bislang aber mit erheblichen Erschwernissen verbunden. Vor allem mit dem Anstehen in langen Warteschlangen an der Kinokasse, den bangen Blick immer auf den Monitor gerichtet, der die unerbittlich stetig abwärts tickende Zahl der Restplätze anzeigt.

Die bisher in den von mir besuchten Filmtheatern angebotenen Erleichterungen, sorgten nicht wirklich für mehr Komfort. Als da waren: Telefonisch oder online reservieren und Karten dann spätestens 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen - an einer Kasse mit etwas kürzerer Warteschlange. Am Nachmittag zum Kino fahren und die Karten im Vorverkauf erwerben, war für mich immer mit einigen Kilometern Autofahrt und entsprechendem zeitlichen Aufwand verbunden.

Eine neue Kinobetreiberkette, die mein Lieblingskino übernahm, sorgte für eine neues Angebot, das all meine Sorgen und Nöte in Sachen Kinobesuch löst. Ich reserviere meine Karten online, kann mir aussuchen wo ich gern sitzen mag und bezahle mit Kreditkarte. Nach erfolgreichem Buchen bekomme ich eine Nummer. Die gebe ich im Kino in einen Automaten ein. Der druckt meine Karten aus. Fertig. So mag ich’s!

Viel Glück beim Einkaufen

Samstag, 02. Februar 2008

Zufällig bin ich vor einigen Tagen auf die Website telebid.de aufmerksam geworden. Das ist ein Portal, das nach eigenen Angaben Schnäppchen bei Countdownauktionen anbietet. Bei meinem ersten Besuch bei telebid war gerade ein gut ausgestattestes Notebook für gerade mal 100 Euro unter den Hammer gekommen. Das erregte meine Neugier.

Wie telebid funktioniert hat man schnell begriffen. Eine Countdownuhr tickt runter, und wer bei 00:00:00 das beste Gebot abgegeben hat, ist der Gewinner der Auktion. Gesteigert wird in 10-Cent-Schritten, mit jedem Gebot geht die Uhr wieder 10, 15 oder 20 Sekunden nach oben. Bieten kurz vor dem Zuschlag gleich mehrere Teilnehmer geht die Zeit bis zum Auktionsende schon mal wieder ein paar Minuten hoch. Wer mitbieten möchte muss sich anmelden und sogenannte “Bids” kaufen. Ein Bid kostet 50 Cent und wird in Paketen von 20 bis 200 Stück angeboten.

Jedes Gebot kostet also 50 Cent. Wer am Ende einer oft Stunden dauernden Versteigerung den Zuschlag erhält muss nicht immer den gebotenen Preis bezahlen. Für manche Waren wird lediglich ein sehr günstiger Festpreis fällig und bei einigen Versteigerungen heisst es gar “Endpreis geschenkt”.

Spätestens bei solchen Auktionsformen wird dann klar, dass telebid mehr mit einem Glückspiel zu tun hat, als mit einem harmlosen digitalen Einkaufsbummel. Wer im richtigen Moment setzt, oder seinen Biet-Agenten setzen lässt, kann mit einem Einsatz von 50 Cent ein Riesenschnäppchen machen. bezahltwird am Ende von allen, die mitgeboten haben. Das ist wie beim Lotto oder im Fernsehen bei 9 Live.

Immer - oder zumindest fast immer - ein Schnäppchen machen die Veranstalter von telebid. Eine einfach Bespielrechnung: für ein 10-Cent-Gebot bekommt telebid 50 Cent echtes Geld. Jeder gebotene Euro bedeutet also fünf Euro Umsatz. Geht ein 500-Euro-Notebook also für 100 Euro weg, hat sich der Deal für telebid schon gelohnt. Ein Blick auf die beendeten Auktionen zeigt, da wird im Schnitt recht gut verdient.

Recherchiert man in Google nach telebid, stößt man schnell darauf, dass dieses Geschäftmodell nicht unumstritten ist. Der Weg zum Schäppchen kann nämlich ganz schön teuer werden, wenn man es um jeden Preis machen will. Bei telebid gilt noch mehr als im wirklichen Leben: Zu einem guten Einkauf gehört immer auch ein bisschen Glück…