Archiv für den Monat März 2008

Glückssträhne - oder einer vom Pferd

Mittwoch, 26. März 2008

Beim Surfen im Internet scheine ich momentan eine Riesen-Glückssträhne zu haben. Über Ostern war ich gleich auf zwei Seiten der 999999. Besucher, was mir neben herzlichen Glückwünschen jeweils einen neuen Audi A5 als Gewinnprämie einbringen sollte.

Ein Blick auf das auszufüllende Formular machte indes schnell klar, dass man als 999999. Besucher kein schickes neues Auto, sondern viel unnütze Werbepost, belästigende Werbeanrufe und noch mehr E-Mail-Spam zu erwarten hat. Als Glückspilz sollte man nämlich nicht nur Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mailadresse eingeben, sondern sich auch damit einverstanden erklären, dass der Veranstalter und seine Partner einem auf allen genannten Kanälen Verbraucherinformationen zukommen lassen dürfen.

Geschenke wie der in Aussicht gestellte A5 sind keine Erfindung des Internetzeitalters. In der Antike hieß so etwas Danaer-Geschenk, seit die auch Danaer genannten Griechen ihr hölzernes Pferd vor Troja abstellten. Der trojanische Priester Laokoon soll seinerzeit gesagt haben: “Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen”. Dem kann man auch als 999999. Besucher eigentlich nix hinzufügen.

Spam auf allen Kanälen

Samstag, 22. März 2008

An Spam im E-Mail-Ordner, belästigende Anrufe von Callcentern und die Flut von Werbepost im Briefkasten habe ich mich, wie viele Leidensgenossen, gewöhnt. Da regt mich eigentlich nichts mehr auf. Ganz anders ist das bei SMS-Spam. Drei gleichlautende Kurzmitteilungen (”Für Sie wurde eine Sprachmitteilung hinterlegt, rufen Sie die 09003422424 an…Kosten 1,99 EUR/Minute”) auf mein Handy brachten mich auf die Palme. Empfangene SMS muss ich lesen, und zwar sofort nach ihrem Eintreffen, weil ich gelegentlich auf diesem Weg dringende und wichtige Informationen erhalte, für die ich sogar nachts aufstehe. Unverlangt zugesandte SMS empfinde ich deshalb als schlimme Belästigung. Ich beschloss deshalb gegen den Absender meiner drei Spam-SMS vorzugehen.

Guten Muts nutzte ich den Online-Beschwerdeservice der für die Vergabe von 0900er Nummern zuständigen Bundesnetzagentur und begehrte zu wissen, wem die Nummer, die ich anrufen sollte, denn wohl gehöre. Die Bundesnetzagentur, so hatte ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen, würde jetzt “konsequent vorgehen” gegen den Missbrauch von Nummern für bezahlte Mehrwertdienste. Die Zeiten des wilden Weitervermietens von solchen Nummern, mit dem Ziel die Verantwortlichkeiten zu verschleiern, sollten vorbei sein.

Rund zwei Wochen nach dem Absenden meiner Mail bekam ich Antwort von der Bundesnetzagentur. Inhalt: ein Aktenzeichen, das ich bei Rückfragen bitte stets angeben möge und der Hinweis darauf, dass die Ermittlungen noch etwas dauern werden, weil die Lage kompliziert sei und auch ausländische Rufnummern betroffen wären.

Dank der Informationen aus dem einschlägigen Forum von antispam.de fand ich auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur eine Datenbank, in der sich Inhaber von 0900er-Nummern recherchieren lassen. Die in den SMS an mich angegebene Nummer gehört demnach der Firma 555555 Telecommunications Ltd. in London. Dass mir die Bundesnetzagentur das nicht direkt mitgeteilt hat, irritiert mich etwas. Genauso wie die Tatsache, dass laut einer Vielzahl von Postings bei antispam.de die Firma mit den vielen Fünfen unter wechselnden Adressen und 0900er-Nummern offenbar seit vielen Monaten dem lukrativen Spammer-Geschäft nachgeht.

Die Firma bekommt wohl gelegentlich mal eine Abmahnung und es wird ihr verboten über Telefonrechnungen abkassieren zu dürfen. Offenbar schafft sie es aber immer noch regelmäßig 0900er-Nummern für ihre “Mehrwertdienste” anmieten zu dürfen. Ehrlich gesagt hatte ich mir unter konsequentem Vorgehen gegen Rufnummernmissbrauch etwas anderes vorgestellt.

Auch wenn’s schwer fällt: Ich fürchte ich muss mich daran gewöhnen, dass auch SMS-Spam zu meinem digitalen Alltag gehört, wie Spam im E-Mail-Ordner, belästigende Anrufe von Callcentern und die Flut von Werbepost im Briefkasten…

Verlaufen im Förderdschungel

Donnerstag, 13. März 2008

Mehr als 20 Jahre lang hatte mir meine Gas-Etagenheizung treue Dienste geleistet. Den alljährlichen Abgastest des Schornsteigfegers bestand sie Zeit ihres Lebens, trotz mehrfach verschärfter Grenzwerte, anstandslos. Viele Jahre lang lieferte sie völlig ohne Unterbrechungen warmes Wasser und Wärme zum Heizen. Erst in letzter Zeit kündigten sich häufende Störungen das nahende Ende an. An einem kalten Wintermorgen war es dann soweit. Eine Reparatur würde sich nicht mehr lohnen, meinte der behandelnde Installateur.

Eine neue Heizung musste her. Sie sollte natürlich umweltfreundlicher sein und weniger Energie verbrauchen. Ein moderner Brennwertkessel und Solarunterstützung für die Warmwasserbereitung musste es schon sein. Mit dem stattlichen Kostenvoranschlag brachte der GWS-Mann unseres Vertrauens noch ein Merkblatt mit. Das verriet mir, dass ich für die Solarmodule auf meinem Dach und einen Brennwertkessel staatliche Zuschüsse erwarten durfte.

Die neue Heizung war bald montiert, mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings kam die Freude über warmes Duschwasser aus dem Solarmodul und die weniger erfeuliche Schlussrechnung. Zeit sich um die staatlichen Zuschüsse zu kümmern.

Das schöne Merkblatt war nicht mehr aufzufinden, aber das sollte ja kein Problem sein. Für was gibt es denn das Internet. Ich begann meine Suche beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Von dort stammte das verlorene Merkblatt. Über Energie im Allgemeinen und erneuerbare Energien im besonderen fand ich viele Informationen - nur mein Förderprogramm nicht. Egal was ich in die Suche eingab: Solarthermie, Brennwertkessel, immer Fehlanzeige.

Ganz unten auf der Seite stieß ich dann auf einen vielversprechenden Link, der mich zur Förderdatenbank des Ministeriums führen sollte. Aber auch dort brachten mich weder die Schnellsuche, noch der Förderassistent oder das Förderglossar weiter. Das selbe galt auch für die Website der KfW-Bank, über die der Bund viele Zuschussprogramm abwickelt. Der Besuch dieser Seiten hat mich aber trotzdem weiter gebracht. Ich habe jetzt eine Vorstellung davon, was es in der Bundesrepublik alles mit Programmen gefördert wird und wie viele Stellen dafür zuständig sind.

Ich machte mich noch einmal auf die Suche nach meinem Merkblatt, aber es blieb verschwunden. Mein nächster Versuch mich im Förderdschungel zu orientieren begann bei privaten Quellen zum Thema regenerative Energiequellen, wie dem Solarserver. So richtig übersichtlich werden die Fördermöglichkeiten dort auch nicht dargestellt, aber immerhin fand ich dort das Zauberwort: Marktanreizprogramm zu Gunsten erneuerbarer Energien - kurz MAP.

Von da ab war dann alles ganz einfach. Einmal googeln und ich war beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Unter Solarthermie fand ich mein Merkblatt wieder, die Fördermöglichkeiten wurden verständlich erklärt, das Antragsformular gab es als pdf zum Ausfüllen und Ausdrucken. Jetzt muss mir das BAFA nur noch mein Geld überweisen, dann ist alles gut. Internet kann doch so einfach sein…