Archiv für den Monat April 2008

Montags ist nicht nur Kinotag…

Montag, 21. April 2008

Heute ist ein Montag. Und zwar einer der sich von den meisten anderen Montagen unterscheidet. Ich fuhr heute nicht wie üblich mit der Bahn ins Büro, sondern fackelte mit einem freien Tag einen meiner letzten Resturlaubstage ab.

Zu den Erledigungen, die ich mir für diesen Tag vorgenommen hatte, gehörte die Betankung unseres Familienautos. Beim Versuch die nächstgelegende Tankstelle anzufahren, blieb ich in der Einfahrt zu den Zapfsäulen stecken. Als vorerst letztes Auto reihte ich mich, knapp die Straße verlassend, in einen ansehnlichen Tankstellenstau ein. Vor jedem der sechs Tankrüssel warteten mindestens fünf Autos darauf, endlich auf den Platz neben den Zapfsäulen rollen zu dürfen. Eine Situation, die ich bisher nur von Urlauben in Italien - wenn ein Streik der Tankwarte bevor stand - oder Fersehbildern aus der ehemaligen DDR kannte.

Gestreikt wurde aber nicht, ganz offensichtlich war auch genug Kraftstoff vorhanden und an der Tankstelle schien auch nichts kaputt zu sein. Denn regelmäßig liefen Fahrer nach dem Tankvorgang zur Kasse, und kamen nach angemessen kurzer Zeit wieder zurück, um flott den Platz am Tankschlauch frei zu machen. Der Andrang aus unsere kleine Tankstelle war ganz einfach zu groß.

Noch einer guten Viertelstunde hatte ich mich Meter für Meter nach vorn gearbeitet. Ich tankte voll und stellte mich an der Kasse an. Was heute los sei, wollte ich von meinem Vordermann wissen. Ich erntete einen mitleidigen Blick und erfuhr, dass seit geraumer Zeit der Sprit montags deutlich billiger sei, und deshalb bevorzugt zu Wochenanfang getankt werde. Eine inzwischen hinter mir stehende Dame versicherte glaubhaft, dass der Preis für Super und Normal von gestern auf heute um acht Cent gefallen sei.

Ich fühlte mich als ziemlicher Depp. Der Hinweis darauf, dass normalerweise meine Frau tankt, änderte daran ziemlich wenig.

Wieder zuhause, wollte ich es genauer wissen. Ich gab bei Google “montags tanken” ein und erhielt 470.000 Treffer. Von klamm.de, über frag-mutti bis zum motor-talk hatten alle wichtigen Onlinepublikationen schon darüber berichtet, dass montags nicht mehr nur Kino- sondern auch Tanktag ist. Nur mir hat das mal wieder keiner gesagt, nicht mal meine Frau, die bei uns normalerweise tankt…

P.S. Kleiner Nachtrag zum Thema “montags tanken”. Heute ist Dienstag und der Benzinpreis an meiner Tankstelle ist im Vergleich zu gestern um sechs Cent gestiegen.

Ebooks die die Welt nicht braucht - Garantiert!!

Samstag, 19. April 2008

Ebooks sind an sich eine feine Sache. Ich nutze sie gerne für Themen, die ich eh am Computer bearbeite. Ebooks sind zumeist deutlich billiger zu haben als ihre gedruckten Pendants. Vor allen sind sie aber ganz schnell heruntergeladen, wenn man sie dringend als Informationsquelle braucht.

In jüngster Zeit begegnen mir im Netz immer häufiger Angebote für Ebooks, die eine ganz andere Form von Nutzwert versprechen. “Garantiert mehr Erfolg bei Frauen”, beispielsweise, Untertitel “Frauen sind wie Radios zum Anmachen da”. Oder “Heizkostenersparnis 60% - Ich habe es geschafft, Sie können es auch”, “Garantiert erfolgreich lernen”, “Stipendium garantiert”, “Jeder kann ein Ebook schreiben- Auch Sie. Garantiert!” und, und und…

Wer bei Google die Begriffe “ebook” und “garantiert” eingibt erhält rund 47.000 Treffer. Die Mutter aller dieser Ebooks ist übrigens der Titel: “Im Internet garantiert Geld verdienen mit Ebooks”.

Geld verdienen, das ist das vorrangige Ziel dieser Ebooks. Und dabei wird ganz ordentlich hingelangt. Erfolg bei Frauen ist - wie zu erwarten - ein kostspieliges Vergnügen, das mit 29,90 Euro zu Buche schlägt. Jeder kann ein Ebook schreiben gibt es dagegen schon für 13,90.

Viele der hoffnungsvollen Ebook-Autoren vertreiben ihr Werk über die eigene Homepage. Die sehen häufig aus, wie die ersten Internet-Basteleien aus dem letzten Jahrtausend. Dicke Überschriften in rot, grün und blau wechseln sich mit mittig gesetztem Fließtext ab. Das ganze in der Schrift Times New Roman und ohne Grafiken. Über den genauen Inhalt Ihrer Ebooks verraten die Autoren meist nicht sehr viel. Vollmundige Garantieversprechen müssen reichen. Es wird, wie man in meiner schwäbischen Heimat sagt, gegackert aber nicht gelegt. Textproben könnten ja vom Kauf des teuren Ratgebers abhalten.

“Garantiert Erfolg bei Frauen” wird über eine Vielzahl von Ebook-Shops vertrieben. Es scheint ein echter Bestseller zu sein. Offizielle Verkaufszahlen für diese selbst verlegten Ebooks gibt es zwar nicht, dafür aber ein passendes schwäbisches Zitat: “Es steht jeden Tag ein Dummer auf”. Man möchte hinzufügen: Garantiert!

Teure Champions

Samstag, 05. April 2008

Mir geht es wie allen Vätern. Die Kinder, bei mir sind es deren drei, haben Wünsche, die ich nicht alle erfüllen kann und auch nicht will. Nicht gewollt habe ich zum Beispiel immer ein Pay-TV-Abo, sprich einen Vertrag mit Premiere.

Durch eine Reihe von Umständen und über Umwege, auf die ich allein aus Platzgründen an dieser Stelle nicht eingehen möchte, kam irgendwann doch ein Premiere-Abo ins Haus, das den Konsum von Livespielen der Fußball-Bundesliga erlaubt. Für darüber hinausgehende Pay-TV-Wünsche gibt es eine Flex genannte Prepaid-Karte, die meine erwachsen werdenden Kinder mit Eigenmitteln auffüllen können.

Diese Premiere Flex-Karte sollte auch in dieser Woche zum Einsatz kommen, als in der Champions-League die Viertelfinals ausgespielt wurden. Fünf Euro sind laut Premiere-Preisliste für einen Tag Europapokal fällig. Für das Spiel Schalke 04 gegen Barcelona kam ein Topzuschlag von noch einmal zehn Euro hinzu. Ein Spiel im Fernsehen anschauen sollte also 15 Euro kosten. Für alle, die wie ich noch gelegentlich in D-Mark umrechnen: das sind 30 DM. Das war selbst meinem fußballbegeisterten Sohn zuviel.

Die teure Champions-League habe ich sogleich zum Gegenstand eines Erziehungsgesprächs gemacht. Damit der Junge weiss worum es bei den nächsten Verhandlungen um die Übertragungsrechte der Bundesliga geht. Denn auch für die samstäglichen Spieltage könnte schon bald mehr Geld fällig werden, und dann wäre wieder Schluss mit dem Abo. Ein bisschen was hat mein Sohn dabei schon gelernt: er ist jetzt auch für die Sportschau und weiss, dass bezahlbarer Fußball so etwas wie ein Menschenrecht ist.