Archiv für den Monat Juli 2008

Postshop - die Dritte!

Dienstag, 08. Juli 2008

In meinem kuscheligen Wohnort hat ein neuer Postshop eröffnet. Es ist der dritte, seit die privatisierte Deutsche Post ihr ehrwürdiges Postamt geschlossen hat.

Den ersten nicht hoheitlichen Postshop betrieb eine ehemalige Postmitarbeiterin. Die wagte den Sprung in die Selbständigkeit und vertrieb neben dem Postsortiment Geschenkartikel, Tee und christliche Bücher. Dass die Selbständigkeit ein Abenteuer sein kann, bemerkte die versierte Postdienstleisterin, als nach Ablauf der Vertragslaufzeit ihr früherer Arbeitgeber nur zu für sie schlechteren Bedingungen verlängern wollte.

Der Postshop schloss, um alsbald in den etwas beengeten Räumen eines Schreibwarengeschäfts wieder zu eröffnen. Die Betreiberin hatte nach einer nur kurzen Schulung ihre liebe Mühe mit dem neuen Metier. Mit der Zeit lief der Laden dann aber richtig gut. Offenbar zu gut, denn die Post hielt schon wieder mal schlechtere Vertragsbedingungen für angemessen. Und wieder schloss ein Postshop.

Nun also der dritte Versuch. Diesmal in einer Boutique für gebrauchte Damen- und Kindermoden. Der Gebrauchtwarenhandel ist sicher ein ehrbarer Broterwerb, inwieweit er sich mit dem Postgeschäft ergänzt, sehe ich noch nicht so recht. Wobei sehen in diesem Zusammenhang sehr wörtlich gemeint ist, musste ich doch gleich am Tag nach der Eröffnung eine Büchersendung auf den Postweg bringen und somit das ganze Elend der Post im Jahr 2008 mit ansehen.

Hinter dem Postshop-Tresen standen zwei erkennbar genervte Damen- und Kindermodenboutiquenverkäuferinnen. Vor dem Tresen Kunden, ebenfalls sichtlich genervt. Die Ruhe selbst war nur ein Postmitarbeiter, der seinen neuen Kolleginnen ihr künfiges Tätigkeitsfeld näher brachte. Zum Beispiel meine Büchersendung: Abwiegen, Porto berechnen, überprüfen ob die Verpackung zu Kontrollzwecken geöffnet werden kann. “Training on the Job” nennt man das heute, früher hätte man Volkssturmausbildung gesagt. Nichts symbolisiert den Niedergang der Deutschen Post besser als die Ausbildung ihrer Repräsentanten vor Ort. Ich glaube, ich schau doch mal wie das mit “Stampit”, der elektronischen Briefmarke für zuhause funktioniert.

Erst kein Glück, und dann?

Dienstag, 01. Juli 2008

An anderer Stelle habe ich hier bereits über meine vergebliche Versuche berichtet, stolzer Besitzer eine iPhone zu werden. Eine schmerzhafte Erfahrung, die mich aber nicht davon abhielt, es erneut zu versuchen. Die Verunsicherung des Marktes für grau importierte iPhones im Umfeld der iPhone 2.0 Ankündigung von Steve Jobs nutzte ich kurz entschlossen für den Erwerb eines Schnäppchens bei Ebay. Gerade einmal 350 Euro sollte mich das 8GB-iPhone bei Ebay kosten.

Dem schnellen Entschluss wollte ich die schnelle Inbesitznahme folgen lassen. Ich bezahlte per Paypal und bat per E-Mail um prompte Übersendung meines neuen Mobiltelefons. Ich mache es kurz: das war nicht die letzte E-Mail, die ich in dieser Sache versandte. Die Reaktion war immer die Gleiche. Mein in Berlin wohnender Verkäufer meldete sich einfach nicht. “Der ist sicher ein paar Tage weg”, beruhigte ich mich selbst. Nach einer Woche starb auch diese Hoffnung. Ebay hatte seine Mitgliedschaft beendet. So ist das: erst kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu. Fast 200 Ebay-Transaktionen ohne jedes Problem bewältigt, und dann sowas.

Auf jeden Fall war ich von nun an froh per Paypal bezahlt zu haben, denn “Käuferschutz” soll ja einer der wichtigsten Vorteile dieser Zahlweise sein. Umgehend, das heisst sobald ich das gut versteckt Formular gefunden hatte, meldete ich einen Konflikt und bat Paypal ihn zu lösen. Der Verkäufer erhielt nun die Möglichkeit sich zu äußern, was er aber weiter nicht tat, und nicht tat und nicht tat.

Zehn Tage nach Eröffnung des Konflikts teilte mit Paypal dann mit, dass die Untersuchung des Falls zu meinen Gunsten entschieden worden sei und mir der Kaufpreis gutgeschrieben werde. Käuferschutz bei Paypal funktioniert also wirklich. Das Geld kommt hoffentlich bald, damit ich zum Start des iPhone 2.0-Verkaufs bei t-mobile in den nächsten t-Punkt gehen kann. Ehrlich währt halt doch am längsten…bei iPhones auf jeden Fall.