Ein Blick in mein Mail-Eingangsfach weckt Erinnerungen an meine lange zurückliegende kaufmännische Grundausbildung. Eine ganze Reihe einlaufender E-Mails, die umgehend in mein Spamverzeichnis wandern, stammen nämlich von “unechten Agenten”. Für diese Personengruppe ist typisch, dass sie Geschäfte in fremden Namen, aber auf eigene Rechnung macht.
Im Spamzeitalter sieht dieses Geschäftsmodell so aus, dass Abbuchungen vom Konto des Empfängers angekündigt werden. Zum Beispiel für ein Stayfriends-Abo, das dann stolze 515,49 Euro kosten soll. Nähere Informationen verspricht die Rechnung im Anhang. Wer diese zip-Datei öffnet, hat dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Schadsoftware auf dem Rechner.
Ein fremder Name, der sich gut für solche Spam-Geschäfte auf eigene Rechnung eignet, ist auch Ebay. Der Empfänger der Spam-Mail wird dabei beschuldigt, bei einem Ebay-Verkauf den notwendigen Verbraucherschutzhinweis vergessen zu haben, was mit einer kostenpflichtigen Abmahnung geahndet werden soll. Unterschieden sind diese Mails angeblich von Günter von Gravenreuth.
Der hat zwar in Sachen Abmahnungen seinen Ruf weg, scheint aber für gefälschte Mails dieser Art momentan nicht der geeignetste Name zu sein. Günter von Gravenreuth hat laut Wikipedia im Moment nämlich vor allem damit zu tun, den Vollzug der gegen ihn vergängten Haftstrafe zu verhindern und seine Zulassung als Anwalt zu behalten.
Aber als “unechter Agent” kannm man ja nicht alles wissen…