Archiv für den Monat Oktober 2008

Spam von “unechten Agenten”

Sonntag, 26. Oktober 2008

Ein Blick in mein Mail-Eingangsfach weckt Erinnerungen an meine lange zurückliegende kaufmännische Grundausbildung. Eine ganze Reihe einlaufender E-Mails, die umgehend in mein Spamverzeichnis wandern, stammen nämlich von “unechten Agenten”. Für diese Personengruppe ist typisch, dass sie Geschäfte in fremden Namen, aber auf eigene Rechnung macht.

Im Spamzeitalter sieht dieses Geschäftsmodell so aus, dass Abbuchungen vom Konto des Empfängers angekündigt werden. Zum Beispiel für ein Stayfriends-Abo, das dann stolze 515,49 Euro kosten soll. Nähere Informationen verspricht die Rechnung im Anhang. Wer diese zip-Datei öffnet, hat dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Schadsoftware auf dem Rechner.

Ein fremder Name, der sich gut für solche Spam-Geschäfte auf eigene Rechnung eignet, ist auch Ebay. Der Empfänger der Spam-Mail wird dabei beschuldigt, bei einem Ebay-Verkauf den notwendigen Verbraucherschutzhinweis vergessen zu haben, was mit einer kostenpflichtigen Abmahnung geahndet werden soll. Unterschieden sind diese Mails angeblich von Günter von Gravenreuth.

Der hat zwar in Sachen Abmahnungen seinen Ruf weg, scheint aber für gefälschte Mails dieser Art momentan nicht der geeignetste Name zu sein. Günter von Gravenreuth hat laut Wikipedia im Moment nämlich vor allem damit zu tun, den Vollzug der gegen ihn vergängten Haftstrafe zu verhindern und seine Zulassung als Anwalt zu behalten.

Aber als “unechter Agent” kannm man ja nicht alles wissen…

Medienkonvergenz als Schnäppchen

Montag, 20. Oktober 2008

Über das Zusammenwachsen von Fernsehen, Radio, Videorecorder und Internet sind schon viele schlaue Vorträge gehalten und Aufsätze geschrieben worden. Dass es diese Konvergenz von Medien geben wird, ist weitgehend unstrittig. Und wenn ich mir anschaue was aktuelle Handies so alles können, dann weiss ich warum.

Nur zuhause im Wohnzimmer, da wo Fernsehen geschaut und Radio gehört wird, da wächst noch nicht viel von dem zusammen, was zukünftig zusammengehören soll. Geräte gibt es zwar, die TV, Videorecorder, Radio und Computer in einem sind, sie verkaufen sich aber eher schleppend. Sie gelten als zu teuer, zu laut, und ganz wichtig, als viel zu häßlich für die gute Stube.

Im Sonderposten-Verkauf eines taiwanesischen Herstellers habe ich vor kurzem ein solches konvergentes “Mediacenter” gesehen. Das Acer IDEA 500 war wohl Ende 2006 auf den Markt gekommen und sollte im Weihnachtsgeschäft so um die 1200 Euro pro Stück kosten. Nicht einmal zwei Jahre später waren neuwertige Restbestände für gerade einmal 250 Euro zu haben. Bei dem Preis habe ich ohne Weihnachten zugeschlagen und muss nach den ersten Wochen des Gebrauchs sagen: Es war eine schöne Bescherung, und das meine ich ganz ohne Häme

Ich kann damit TV-Sendungen auf Festplatte aufnehmen, DVD’s anschauen, CD oder Radio hören, über mein W-Lan bequem vom Sofa aus surfen Webradio hören oder Videos bei Youtube anschauen. Dazu lässt sich die MP3-, Foto- und Videosammlung abspielen, die auf meinem Arbeitszimmer-PC gespeichert ist. So ein Mediacenter kann also was. Seine Festplatte ist auch nicht störend laut, und bei meiner Frau ging das Gehäuse locker als Festplattenvideorecorder, der auch DVD’s abspielen kann durch, so wenig sieht das Mediacenter nach einem Computer aus.

Wir merken uns also: 1. Technischen Fortschritt gibt es mitunter auch zum Schnäppchenpreis. 2. Alles kommt zu dem der warten kann.

D,A,CH minus OBY

Freitag, 03. Oktober 2008

Über die Navigationsfähigkeiten meines Mobiltelefons habe ich mich schon grundsätzlich lobend geäußert. Bedauerlicherweise muss ich von einer Einschränkung dieses Lobs berichten. Es gilt nicht, wenn die Ziele im Großraum München liegen. Bei meinem herbstlichen Kurzurlaub in Oberbayern mit anschließendem Wies’n-Besuch in München ließ mich das gute Stück nämlich im Stich.

Alle Versuche zu einem Ziel in der genannten Region zu navigieren beendete meine kleine Wunderkiste mit einer Fehlermeldung. Meine Navi war also keines für die Ländergruppe D,A,CH, wie versprochen, sondern spart den Bereich OBY aus.

Was mich fast noch mehr ärgerte als dieser Fehler, war seine Ursache. Denn eine Google-Recherche ergab, dass er auf Geräten meiner Bauart häufig vorkommt. Ein Teil des installierten Kartenmaterials war fehlerhaft. Um die Sache zu reparieren, musste lediglich das Kartenmaterial von der mitgelieferten Original-CD (”Wo hab ich die eigentlich damals hingelegt…?”) nachinstalliert werden.

Die Information über den Fehler und auch die Reparaturanleitung habe ich übrigens nicht auf der Website meines Mobilfunk-Providers gefunden, sondern in einem privat betriebenen Forum. Leider eine momentan nich unübliche Form des Outsourcing, aber das ist wieder eine ander Geschichte.