In dieser Woche haben die deutschen Verbraucherzentralen den DSL-Anbietern mal wieder die Leviten gelesen. Bei einer Onlineumfrage mit 15 000 Teilnehmern bestätigten die Verbraucherschützer alle Vorurteile, die man gegen diese Branche haben kann.
- Der Kundendienst ist lausig - zwei Drittel der Befragten gaben an, mit dem Service nicht zufrieden zu sein.
- Die Hotlines sind schwer erreichbar - sagten über 60 Prozent der Teilnehmer, die schon mal in einer Warteschleife festhingen.
- Wenn man mal jemanden am Telefon hat, muss man sein Problem jedesmal von neuem schildern - kritisierte mehr als die Hälfte der Hotline-Erfahrenen.
- Einen Anschluss schnell geschaltet zu bekommen ist Glücksache - knapp die Hälfte wartete bei einem Anbieterwechsel mindestens einen Monat.
- Die Anschlüsse sind langsamer als verspochen - fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer bekommen nicht die Bandbreite, für die sie eigentlich bezahlen.
Passend zu dieser Umfrage kam bei mir im Büro eine Kollegin aus einem 14-tägigen Umzugsurlaub zurück. Die hatte ein gut Teil ihrer freien Zeit damit verbracht, rechtzeitig zum Bezug des schmucken Eigenheims auch Telefon und DSL im Haus zu haben. Durch ihre Erzählungen bekamen die Zahlen der Verbraucherzentrale ein Gesicht.
Der langfristig vereinbarte Termin für die Installation der Telefonleitung platzte - der Monteur kam einfach nicht. Bei der Vereinbarung eines neuen Termins gibt es ein Problem: die Auftragsnummer fehlt: Die hätte der abgängige Monteur dabei haben sollen. Es beginnt eine Odyssee durch Warteschleifen und Callcenter. Immer gibt es ein Problem. Und sei es das, dass gerade das System mit den notwendigen Daten abgestürzt ist. Schließlich findet sich jemand, der sich kümmern will, seinen Namen sagt und einen Rückruf verspricht.
Doch der Rückruf kommt nicht, dafür alles noch schlimmer. Den Namen gibt es an der Stelle nämlich gar nicht, dafür die Auskunft der nächsten Hotlinemitarbeiterin: “Falscher Name? Das machen die da immer so”. Irgendwann klappt es dann doch und es gibt einen zweiten Termin. Und, hört, hört! Der Monteur kommt und montiert erfolgreich.
Na also, geht doch. Sagt übrigens auch die Umfrage der Verbraucherzentralen. Nur sechs Prozent der Befragten mussten ein halbes Jahr oder länger auf ihren Anschluss warten…