Archiv für den Monat Februar 2009

Wir können alles. Außer richtig Internet.

Dienstag, 24. Februar 2009

Heute habe ich versucht die Internetseite der Landesregierung von Baden-Württemberg aufzurufen, um mich über eine Neuregelung bei den Studiengebühren zu informieren. Ich gab das Landeskürzel bwl.de ein - und erhielt eine Fehlermeldung, die da lautete: “Die von Ihnen aufgerufene Adresse http://bwl.de/ ist zurzeit nicht erreichbar. Bitte überprüfen Sie die korrekte Schreibweise der Webadresse (URL) und versuchen Sie dann die Seite neu zu laden.”

Auch für die Domain baden-wuerttemberg.de erhielt ich dieselbe Fehlermeldung. Erst ein www vor baden-wuerttemberg oder bwl brachte mich auf die gesuchte Seite. “Wir können alles. Außer Hochdeutsch.”, stand stort zu lesen. Man möchte hinzufügen: “und Internet”. Denn einen Webserver so zu konfigurieren, dass er die Domain nur mit dem Zusatz “www” vorneweg aufruft, zeugt nicht von großer Expertise. Alle User, die nur die Domainnamen aufrufen, bleiben nämlich zunächst mal außen vor.

Als zuständige Admins weist die denic Mitarbeiter des Informatikzentrums der Landesverwaltung aus. Der Server, auf dem übrigens auch die Domain “www.wir-koennen-alles.de” gehosted wird, steht laut traceroute-Recherche beim Zweckverband “Kommunale Informationsverarbeitung Baden Franken”, kurz kibf. Die kibf bietet auf ihrer Website auch Seminare für IT-Fachkräfte an. Da sollte doch auch für den Webmaster von www.baden-wuerttemberg.de mal eine Fortbildung drin sein, oder?

Lotto offline

Samstag, 21. Februar 2009

Zu den angenehmsten Errungenschaften des Onlinezeitalters gehört für mich die Möglichkeit Lotto zu spielen, ohne dafür eine Toto-Lotto-Annahmestelle aufsuchen zu müssen. Seit bestimmt zehn Jahren nutze ich dafür das Angebot eines privaten Dienstleisters. Denn der bietet genau das was ich haben will. Ich fülle am PC meinen Lottozettel aus wenn ich dafür Zeit habe. Ich gebe ihn online ab, der Einsatz wird von meinem Konto abgebucht. Wenn ich gewonnen habe teilt mir das mein Dienstleister mit und schreibt den Gewinn meinem Wettkonto gut.

Seit dem 1. Januar 2009 ist es mit der Bequemlichkeit beim Lotto-Spiel vorbei. Denn seitdem ist in Deutschland Lotto über’s Internet verboten. Natürlich weiss ich warum es dieses Onlineverbot für Lotto-Spielen gibt. Das staatliche Wettmonopol in Deutschland hat nach einem Verfassungsgerichtsurteil nur dann weiter eine Berechtigung, wenn die Spielsucht glaubwürdig bekämpft wird. Und besonders glaubwürdig war es natürlich, dass die deutschen Lottogesellschaften ihr Onlinegeschäft aufgaben, und es auch privaten Onlinedienstleistern untersagt wurde.

Nach diesem härtesten denkbaren Schlag gegen die Spielsucht darf ich nun zwar weiter online Pokern, Roulette und Black Jack spielen, oder mein Geld bei Onlinebrokern verspekulieren. Nur meinen Lottozettel, den darf ich nicht mehr online abgeben. Eine ziemliche Lachnummer, die auch noch wirkungslos ist. Ich fülle meine Lottozettel nämlich, wie viele andere, weiter online aus. Mein Dienstleister hat seinen Firmensitz vor Inkrafttreten des Verbots ins Mutterland des Glücksspiels verlegt und bietet seinen Service nun von England aus an. Seit dem 1. Januar 2009 versichere ich nun jedes mal wenn ich meinen Schein abgebe, dass ich mich im Ausland aufhalte. das ist in Deutschland bestimmt verboten. Mal sehen, ob mir einer auf die Schliche kommt…