Der Hilferuf klang dringlich: “Schatz, unser Auto springt mal wieder nicht an”, hörte ich meine liebe Ehefrau am Telefon sagen. Es war nicht der erste Anruf in den letzten Wochen, der mich zu einer Panne an unserem so langsam in die Jahre kommenden Familienkombi rief.
Meine Hilfseinsätze nach diesen Anrufen verliefen immer gleich. Ich setzte mich hinter’s Steuer, steckte meinen Schlüssel ein, startete - und das Auto lief anstandslos. Kurz zuvor, so versicherte mir meine Frau glaubhaft, war der Motor bei ihr dagegen sofort wieder abgestorben.
Guten Rat wissen bei solchen Problemen Vertragswerkstätten, doch der ist in der Regel teuer. Weil die Startprobleme nur selten und nach einem nicht erklärbaren Muster auftraten, wollten wir vor einem Werkstattbesuch noch etwas zuwarten.
Und wir taten gut daran, denn das Problem sollte sich von selbst lösen. Als ich nach dem letzten Hilferuf meiner Frau zu unserem Auto kam, lief die Maschinen anstandslos und ich hörte eine fast unglaubliche Erklärung. Meine Frau hat neben dem Schlüssel für unser Familienauto auch noch einen für den vor kurzem mit Hilfe der Abwrackprämie erstandenen Zweitwagen am Bund. Die Autos gehören nicht zur selben Marke, stammen aber aus dem selben Konzern. Die Schlüssel haben deshalb eine gewisse äußere Ähnlichkeit, meine Frau meint sogar sie sähen genau gleich aus. Das meint Sie vor allem, seit klar ist dass sie die beiden verwechselt hat und versuchte mit einem VW-Golf-Schlüssel einen Audi zu starten.
Ich will diese Verwechslung nicht kommentieren, aber doch meiner Verwunderung über den Stand der modernen Schlüsseltechnik Ausdruck verleihen. Denn der Schlüssel passte, ließ sich drehen und der Motor startete. Erst die Wegfahrsperre, so weiss ich inzwischen, stoppte die Maschine wieder. Wie lange meine Werkstatt wohl gebraucht hätte, um diesen Fehler zu finden…