Archiv für den Monat Juni 2009

Schlüsselqualifikation

Dienstag, 30. Juni 2009

Der Hilferuf klang dringlich: “Schatz, unser Auto springt mal wieder nicht an”, hörte ich meine liebe Ehefrau am Telefon sagen. Es war nicht der erste Anruf in den letzten Wochen, der mich zu einer Panne an unserem so langsam in die Jahre kommenden Familienkombi rief.

Meine Hilfseinsätze nach diesen Anrufen verliefen immer gleich. Ich setzte mich hinter’s Steuer, steckte meinen Schlüssel ein, startete - und das Auto lief anstandslos. Kurz zuvor, so versicherte mir meine Frau glaubhaft, war der Motor bei ihr dagegen sofort wieder abgestorben.

Guten Rat wissen bei solchen Problemen Vertragswerkstätten, doch der ist in der Regel teuer. Weil die Startprobleme nur selten und nach einem nicht erklärbaren Muster auftraten, wollten wir vor einem Werkstattbesuch noch etwas zuwarten.

Und wir taten gut daran, denn das Problem sollte sich von selbst lösen. Als ich nach dem letzten Hilferuf meiner Frau zu unserem Auto kam, lief die Maschinen anstandslos und ich hörte eine fast unglaubliche Erklärung. Meine Frau hat neben dem Schlüssel für unser Familienauto auch noch einen für den vor kurzem mit Hilfe der Abwrackprämie  erstandenen Zweitwagen am Bund. Die Autos gehören nicht zur selben Marke, stammen aber aus dem selben Konzern. Die Schlüssel haben deshalb eine gewisse äußere Ähnlichkeit, meine Frau meint sogar sie sähen genau gleich aus. Das meint Sie vor allem, seit klar ist dass sie die beiden verwechselt hat und versuchte mit einem VW-Golf-Schlüssel einen Audi zu starten.

Ich will diese Verwechslung nicht kommentieren, aber doch meiner Verwunderung über den Stand der modernen Schlüsseltechnik Ausdruck verleihen. Denn der Schlüssel passte, ließ sich drehen und der Motor startete. Erst die Wegfahrsperre, so weiss ich inzwischen, stoppte die Maschine wieder. Wie lange meine Werkstatt wohl gebraucht hätte, um diesen Fehler zu finden…

Geburtstags-Spam

Freitag, 05. Juni 2009

Wie immer am 4. Juni hatte ich auch 2009 an diesem Tag Geburtstag. Neben den üblichen Gratulanten aus Familie, Freundeskreis und Kollegenschaft, wünschten mir auch wieder eine ganze Reihe von mehr oder weniger Ungebetenen Glück.

Jahrelang war es nur mein Autohändler, der mich an jedem 4. Juni anrief, mir herzlich gratulierte und mich frage, ob mit meinem Wagen alles in Ordnung sei. Nun kommen von Jahr zu Jahr weitere Glückwünsche dazu, in der Regel in Mailform.

Glücksspielanbieter, Internet-Bezahldienste, Onlinebanken - alle denen ich mein Geburtsdatum übermitteln musste, wünschen Glück, und von Jahr zu Jahr zunehmend auch Gesundheit.

Ich würde lügen wenn ich behaupten würde, dass ich mich über diese automatisch generierten Wünsche freue. Genau genommen ärgere ich mich sogar ein wenig über die zusätzlichen Mails die ich in den Papierkorb schieben muss.

Ich glaube ich werde allen Gratulanten antworten, was sich ja eigentlich eh gehört. Ich werde mitteilen, dass ich künftig keine Geburtstags-Spam-Mails mehr haben will. Getreu dem Motto “Seid Sand im Getriebe dieser Welt” werde ich fordern, man möge doch künftig in Anmeldeformulare eine Abfrage einbauen, ob Glückwünsche zum Geburtstag erwünscht sind.