Archiv für den Monat August 2009

Von Afrika lernen

Freitag, 28. August 2009

Meinen Sommerurlaub 2009 verbringe ich derzeit in Marokko. Dieses Land liegt bekanntlich in Afrika, ein Erdteil der nach allem was ich bisher gelesen habe digitales Niemandsland sein soll, in dem es wenige und teure Internetanschlüsse mit geringen Bandbreiten und auf wenige große Zentren begrenzte Verfügbarkeit geben soll.

Bereits nach wenigen Urlaubstagen kann ich sagen, dass all das für Marokko nicht richtig ist. Mobile Internetzugänge sind hier sehr weit verbreitet. Die örtlichen Telefonanbieter bieten zu sehr interessierten Konditionen Onlinezugänge über Mobilfunk an.

Eine in Agadir lebende Bekannte brachte mich auf die Idee, mein mitreisendes Netbook nicht in die oft für teuer Geld angebotenen Wlans der Hotels einzubuchen, sondern eine Prepaid-Handykarte zu erwerben.

Für 39 Euro bietet Maroc Telecom eine Monatskarte inklusive USB-Modem an. Der Monat Verlängerung ist dann für umgerechnet 20 Euro zu haben. Ein Preismodell von dem die deutschen Telcoms etwas lernen könnten.

Datenraten und Verfügbarkeit sind beachtlich. Wer mit dem Bus von Agadir nach Marrakech fährt hat fast immer Empfang. Und zum Bloggen vor dem Abendessen reicht die Bandbreite nachweislich auch.

Verhöhnt bei Facebook

Montag, 17. August 2009

Opfer von Einbruchdiebstählen beklagen immer wieder, dass sie die Verletzung ihrer Privatsphäre wesentlich schlimmer empfinden, als den materiellen Verlust. Durch den Einbruch wird das Grundvertrauen erschüttert, in den eigenen vier Wänden sicher zu sein.

In der digitalen Welt können weitere Strafverschärfungen dazu kommen. Die britische Zeitung Telegraph berichtet von dem Fall einer 42 Jahre alten Frau aus East Sussex. Der wurden von einem Einbrecher neben Geld und Kreditkarten auch ein Iphone und ein Notebook gestohlen.

Nach dem Einbruch in die Wohnung verschaffte sich der Dieb damit auch noch Zugang zum Facebook-Account seines Opfers. Dort verhöhnte der Einbrecher die Frau. Zum Beispiel mit abschätzigen Bemerkungen über ihren Fernseher, der nach seiner Meinung “zum Klauen zu schade” war.

Nicht nur bestohlen worden zu sein, sondern auch noch vor allen Freunden verhöhnt zu werden, empfand das Opfer denn auch als “doppelt schmerzhaft”.

Digitale Lücke oder der lange Weg zum Zahnarzt-Notdienst

Samstag, 15. August 2009

Beim Frühstück am Samstag morgen klagte mein Sohn über Zahnschmerzen. Ein Backenzahn unten rechts tat weh, und zwar so weh, dass er umgehend den zahnärztlichen Notdienst aufsuchen wollte.

Früher, das heisst beim letzten Mal als jemand aus meiner Familie einen Notdienst brauchte, stand der für unseren Wohnort zuständige Zahnarzt in der entsprechenden Rubrik unserer Lokalzeitung. Da scheint sich in der Zwischenzeit etwas geändert zu haben, unter “Zahnärzlicher Notdienst” fand sich nur noch eine Telefonnummer, unter der man etwas über den Dienst habenden Zahnarzt erfahren sollte.

“Dann schauen wir im Internet”, schlug ich vor. Die Homepage der für den Notdienst zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung  war schnell gefunden. Eine bunte Seite, die gar nicht nach Zahnarzt aussah und die neben vielen Informationen und einem Zahnlexikon auch einen Eintrag “Notdienst” anbietet. Informationen zum gesuchten Zahnarzt fanden sich aber auch dort nicht wirklich, auch im Netz gab es nur die schon bekannte Telefonnummer.

Bei Anruf gab es dann eine gefühlt mindestens fünf Minuten lange Telefonansage, bei der eine Frauenstimme im Dialekt unserer schwäbischen Heimat schön langsam und mit den notwendigen Wiederholungen die Notdienste des ganzen Landkreises zur Verlesung brachte.

Am Ende des Tages blieb die Erkenntnis, dass mein Sohn einen Weisheitszahn bekommt der auf den letzten Backenzahn drückt. Und die Erfahrung, dass es immer noch digitale Lücken gibt. Da bespricht man lieber ellenlang einen Anrufbeantworter, als die sicher eh schriftlich vorhandene Information auf eine Website zu stellen. Für die Freunde der telefonischen Ansage könnte ja ein Text-to-Speech-System die Seite vorlesen. Gut man hört, dass eine Maschine spricht, aber das tut sie ganz sicher nicht auf schwäbisch.

Wetterstationen - Eine Annäherung

Mittwoch, 12. August 2009

Mein Freund Uli wünschte sich von seinen Freunden zum Geburtstagstag eine Wetterstation. Ein Wunsch, der mich zunächst etwas ratlos machte. Wetterstationen, da dachte ich zunächst einmal an das 9,99 Sonderangebot aus dem Baumarkt, oder eine Ansammlung von unverständlichen Rundinstrumenten mit Sütterlinbeschriftung in gebeiztem Eichenlook.Nichts auf jeden Fall was man zu sechst einem lieben Freund zum Geburtstag würde schenken wollen.

Also begann ich nach anderen Wetterstationen zu suchen. Sie sollte etwas hermachen und ein Mindestmaß an Stil und Chic ausstrahlen, tolle Funktionen haben, dabei einfach zu bedienen und etwa 100 Euro teuer sein.
Meine Markterkundung auf völlig fremden Terrain zeitigte schnell Ergebnisse. Der Markt für Wetterstationen ist groß und vielfältig. Die angebotenen Funktionen sind beachtlich, die aufgerufenen Preise durchaus stattlich.

Funkgestützte Innen- und Außenmessungen von Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit sind Standard, Wettervorhersagen, Mondkalender, Regenmessung, Tageshöchst- oder Niedrigst-Temperaturen nichts ungewöhnliches. Meßreihenspeicherung und USB-Schnittstelle für den Anschluss an den PC kennzeichnen dann schon die Geräte der gehobenen Klasse.

Wir wählten schließlich ein schön designtes Gerät mit satellitengestützter 4-Tage-Wettervorhersage inklusive Gültigkeit für den eigenen Wohnort aus. Dieses Geschenk war bei der Geburtstagsfeier der Hingucker und das Gesprächsthema. Denn über’s Wetter lässt sich ja bekanntlich immer reden. Dank meiner Produktrecherche war ich in der Lage kenntnisreich mitzureden, vor allem wenn es um moderne Wetterstationen ging. Mein Fazit: Eine digitale Wetterstation sollte eigentlich in keinem modernen Haushalt fehlen.