Archiv für den Monat November 2009

(K)ein Lotto im Internet

Samstag, 28. November 2009

Geschäfte im Internet sind etwas sehr alltägliches geworden. Geld überweisen, Reisen buchen, Produkte kaufen oder Preise recherchieren, alles nichts besonderes mehr. Nur eine alltägliche Verrichtung sollen wir im Netz nicht mehr erledigen dürfen: Lotto spielen im Netz ist ausdrücklich verboten. Das haben die deutschen Bundesländer nach einem Verfassungsgerichtsurteil in einem Staatsvertrag festgelegt, um das staatliche Glücksspielmonopol in Deutschland bewahren zu können.

Nun gibt es in Deutschland eine Minderheit, die sich über Onlinelotto-Verbot hinwegsetzt. Und ich sag’s wie es ist, ich gehöre dazu. Ich gebe meinen allwöchentlichen Lottoschein nach wie vor bei dem Online-Anbieter tipp24 ab, der ihn seit vielen Jahren bekommt. Bei ihm erhalte ich eine Mail, wenn ich gewonnen habe. Gewinne werden ausgezahlt, ohne dass ich eine muffige Lotto-Annahmestelle aufsuchen muss.

Das Online-Verbot hat meine Lotto-Gewohnheiten kaum verändert. Ich muss jetzt nur jede Woche aufs Neue versichern, dass ich mich gerade im Ausland aufhalte. Meine Einsätze gehen jetzt ins Mutterland des Glücksspiels nach England, wohin mein Dienstleister emigrieren musste.

So wie ich machen es anscheinend viele. Der Umsatz des Anbieters hat laut Spiegel online deutlich zugenommen. Vielleicht ist ja das der Grund dafür, dass der Deutsche Lottoblock derzeit keine Gelegenheit auslässt  die Konkurrenz im Internet anzugehen. So verwies während des großen Jackpotfiebers im September 2009 die Lotto Baden-Württemberg  ausdrücklich darauf hin, dass der begehrte Rekordgewinn ausschließlich in einer Lotto-Annahmestelle und nicht im Internet gewonnen werden könne. Gleichzeitig wurde großflächig die Botschaft “Lotto im Internet ist verboten” plakatiert.

Dummerweise gab kurz darauf  Tipp24 bekannt, auch bei ihm habe ein Spieler den Jackpot geknackt und den Millionengewinn ausbezahlt bekommen. Die Tipp24-Aktie ging nach diesem Aderlass für ein paar Tage in den Keller, erholte sich aber schnell wieder. Seit Jahresbeginn 2009 hat sich ihr Wert fast vervierfacht.

Das zeigt wie unsinnig der Versuch ist, Lotto im Internet untersagen zu wollen. So etwas funktioniert in der digitalen Welt nicht mehr.

Viel passiert heute

Freitag, 20. November 2009

Zu meinem täglichen Medienkonsum gehört der Blick auf die rss-Feeds einiger wichtiger Web-Informationsdienste. Nicht immer hatte ich dabei das Gefühl, dass sich das durchblättern der Feed-Einträge von techcrunch, mashable oder internetworld gelohnt hat. Heute war das anders. Am 19. November 2009 wurde einiges bekannt, was den digitalen Alltag verändern dürfte.

Das wichtigste zuerst: Google hat eine erste Version seines mit Spannung erwarteten Betriebssystems Chrome OS vorgestellt. Alles was ich dazu heute auf englisch oder deutsch gelesen habe deutet auf einen echten Kracher hin. Intuitiv, schnell und einfach soll es sein, ein Chrome OS-Rechner soll sieben Sekunden nach dem einschalten bereits online sein. Chrome OS ist Open Source und soll ab dem kommenden Jahr vor allem auf Netbooks laufen.

AOL, eine der wichtigsten Firmen der Internet-Gründungsjahre steckt in Schwierigkeiten. Heute wurde bekannt, dass AOL ein Drittel seiner verbliebenen rund 7.000 Mitarbeiter loswerden will. Außderdem sucht die Firma einen Käufer für ICQ, die Mutter aller Instant Messenger.

Die Deutsche Telekom, auch das wurde heute bekannt, wird für 275 Millionen Euro Strato, einen der größten deutschen Hoster vom Konkurrenten Freenet kaufen. Auf den Strato-Servern in zwei Rechenzentren sind einige Millionen de-Domains zuhause. mal sehen was die Telekom auf diesem feld vorhat.

Und zum guten Schluss gab es auch noch etwas Neues für die vielen Freunde von Twitter. Der Microbloggingdienst fragt seine Nutzer nicht mehr wie es ihnen geht, sondern was passiert ist. Auf die Antworten, da bin ich mir ziemlich sicher, wird die veränderte Fragestellung keine Auswirkungen haben.