Archiv für den Monat Januar 2010

Deutsche Verleger gegen Google

Dienstag, 19. Januar 2010

Vom ehemaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe ich das Sprichwort gehört: “Wenn du im Loch sitzt, hör auf zu graben”. Ich finde dieses Sprichwort sollten sich die Deutschen Zeitungsverleger zu Herzen nehmen, die aktuell mal wieder angetreten sind Google zu zeigen was eine Harke ist.

Die wegen des sich verändernden Mediennutzungsverhaltens unter Druck stehenden Verleger suchen neue Erlösquellen. Deshalb wollen sie an den Einnahmen beteiligt werden, die Google mit ihren Inhalten macht. So weit ist das bekannt. Zusätzlich möchten die Zeitungsverleger auch sicher gehen, dass ihre Inhalte bei den Google-Suchergebnissen nicht länger benachteiligt werden. Deshalb verlangen sie Einsicht in die Regeln die Google bei der Bewertung von Suchergebnissen anwendet.

Soweit ich weiss gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die die Google-Algorithmen gern kenne würden. Auf die Tour der Deutschen Verleger ist aber meines Wissens noch keiner gekommen. Das Bundeskartellamt hat nach der Beschwerde der Verleger und anderer, wie zum Beispiel der Microsoft-Tochter Ciao (sic!), schon mal eine Untersuchung eingeleitet.

Ich glaube ja, dass die Zeitungsverleger gar nicht wissen, wie gut sie bisher von Google behandelt werden. Wenn ich zum Beispiel heute (19. Januar 2010) in die Google-Suche die Begriffe “Google” und “Verleger” eingebe, erhalte ich unter den ersten zehn Ergebnissen einen guten Querschnitt deutscher Top-Internetadressen: Heise, Focus, tagesschau.de, das Handelsblatt. Bei Google News erhalte ich zu den selben Keywords fast ausschließlich Links zu Printmedien-Sites.  Zeitungen werden von Google nach meiner Beobachtung eher bevorzugt als benachteiligt. Mal schauen, ob das auch in Zukunft so bleibt.

Gespannt bin ich darauf, ob das Bundeskartellamt den Verlegern Recht gibt und von Google die Offenlegung der Such-Algorithmen verlangt. Ich fürchte dann wird es uns in Deutschland gehen wie den Chinesen und Google wird sich von hier verabschieden. Dann wünsche ich den deutschen Verlegern schon mal viel Spaß mit Bing!

Der Fluch des Untertitels

Samstag, 16. Januar 2010

Das ZDF meint es gut mit Hörbehinderten. Deshalb strahlt der öffentlich-rechtliche Sender digital verschriftete Zusammenfassungen des gerade gesagten aus, was bei Livesendungen nicht so einfach zu sein scheint. Ich hatte heute das Vergnügen einen Nachmittag lang Wintersport im ZDF anzuschauen, und dabei gleichzeitig von weitgehend sinnfreien Untertiteln unterhalten zu werden.

So hießen fast alle sportelnden Männer Andreas, auch wenn ich sie bisher als Michael oder Arndt kannte. Dafür durfte bei den Frauen dann ein Martin mitlaufen. Aus dem Olympiatag der Moderatorin, machte der Autor der Untertitel einen Olympiapark, die Siegerin im Biathlonwettbewerb hieß nicht Johnsson sondern John Zorn, und eine Läuferin wurde in einem Interview mit der Aussage untertitelt, sie sei von einem See überholt worden.

Der ZDF-Untertitler hatte von dem was er heute den ganzen Nachmittag auf die Bildschirme schrieb erkennbar Null Ahnung. Spaßeshalber habe ich mal den Ton der Sportreportage abgeschaltet und mich nur von den Untertiteln informieren lassen. Ergebnis: Als Hörbehinderter bekommt man bei solchen Untertiteln vom Ereignis außer dem Bild überhaupt nichts mit. Schade eigentlich.