Chaos in Therorie und Praxis

“Kann der Schlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen”, fragte einst der amerikanische Metereologe Edward Lorenz. Der Entdecker der Chaostheorie versinnbildlichte mit dem  Schmetterlingseffekt, dass in komplexen Systemen schon winzige Abweichungen zu nicht vorhersehbaren Veränderungen führen können.

Einen solchen Effekt erlebt im Moment die Deutsche Bahn. Ausgelöst hat ihn kein Schmetterling, sondern eine defekte Klimaanlage in einem überfüllten ICE. Neun kollabierte Schulkinder zur besten Sendezeit im  Fernsehen, machten aus einer Panne, die jeder regelmäßige Bahnfahrer kennt, den Beginn einer chaotischen Entwicklung.

Denn an jedem Tag den es der Herrgott werden lässt fällt in einem Zug die Klimaanlage aus. Heute morgen zum Beispiel in dem ICE der mich nach Mannheim bringen sollte. Solange  die Temperaturen über 35 Grad klettern stoßen die schweissnassen Erlebnisse betroffener Fahrgäste weiter auf großes Medieninteresse. Und weil das Thema “die Bahn und ihre Klimaanlagen” gerade Konjunktur hat, können sich nun sogar die vielen Bahnfahrer im Nahverkehr Gehör verschaffen, deren Züge gar keine Klimaanlage haben, die ausfallen könnte.

Da kann sich das Bahnpersonal vom Vorstand an abwärts entschuldigen so lange es will. Die Bahn hat ein ernsthaftes Problem. Mal sehen wie sie da rauskommt.

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