Mir geht es wie allen Vätern. Die Kinder, bei mir sind es deren drei, haben Wünsche, die ich nicht alle erfüllen kann und auch nicht will. Nicht gewollt habe ich zum Beispiel immer ein Pay-TV-Abo, sprich einen Vertrag mit Premiere.
Durch eine Reihe von Umständen und über Umwege, auf die ich allein aus Platzgründen an dieser Stelle nicht eingehen möchte, kam irgendwann doch ein Premiere-Abo ins Haus, das den Konsum von Livespielen der Fußball-Bundesliga erlaubt. Für darüber hinausgehende Pay-TV-Wünsche gibt es eine Flex genannte Prepaid-Karte, die meine erwachsen werdenden Kinder mit Eigenmitteln auffüllen können.
Diese Premiere Flex-Karte sollte auch in dieser Woche zum Einsatz kommen, als in der Champions-League die Viertelfinals ausgespielt wurden. Fünf Euro sind laut Premiere-Preisliste für einen Tag Europapokal fällig. Für das Spiel Schalke 04 gegen Barcelona kam ein Topzuschlag von noch einmal zehn Euro hinzu. Ein Spiel im Fernsehen anschauen sollte also 15 Euro kosten. Für alle, die wie ich noch gelegentlich in D-Mark umrechnen: das sind 30 DM. Das war selbst meinem fußballbegeisterten Sohn zuviel.
Die teure Champions-League habe ich sogleich zum Gegenstand eines Erziehungsgesprächs gemacht. Damit der Junge weiss worum es bei den nächsten Verhandlungen um die Übertragungsrechte der Bundesliga geht. Denn auch für die samstäglichen Spieltage könnte schon bald mehr Geld fällig werden, und dann wäre wieder Schluss mit dem Abo. Ein bisschen was hat mein Sohn dabei schon gelernt: er ist jetzt auch für die Sportschau und weiss, dass bezahlbarer Fußball so etwas wie ein Menschenrecht ist.