Die Deutsche Post wird derzeit heftig für ihren E-Mail-Dienst epost.de. Über die Post versandte Mails sollen laut Werbung “verbindlich, vertraulich, verlässlich” sein. Mit ähnlichen Argumenten versuchte die Post vor zehn Jahren schon einmal einen E-Mail-Dienst namens epost zu etablieren. Damals versprach die Werbung eine “E-Mail-Adresse für das ganze Leben”.
Dummerweise genügte den meisten Kunden, wie auch mir, damals die Freemail-Variante von epost.de. Die Bezahlvarianten mit mehr Speicherplatz verkauften sich offenbar nicht so gut wie die Post erwartet. “Lebenslang” war nach gut vier Jahren schon vorbei. Als lebensverlängernde Maßnahme verschob die Post die Freemail-Accounts an lycos.de, ein Dienst der 2005 auch schon seinem Ende entgegendämmerte. Seitdem habe ich eine Ahnung davon was die Deutsche Post unter Verlässichkeit versteht.
Zu wenig zahlende Kunden, dieses Risiko will die Post beim zweiten epost-Versuch offenbar vermeiden. Deshalb soll jede versendete Mail 55 Eurocent kosten. So wie bei einem richtigen Brief: der kostet auch 55 Cent und der Absender zahlt. Für 55 Cent druckt die Post auf Wunsch übrigens die E-Mail auch aus und der Briefträger stellt sie zu. Sicher eine clevere Idee auf die die Welt gewartet hat.
Ich will nicht ausfällig werden. Aber bei 55 Cent pro E-Mail frage ich mich schon was die bei der Post rauchen? Bei mir bekommt epost auf jeden Fall keinen zweiten Versuch.